Livorno der verkannte Diamant an der etruskischen Riviera

25. Mai, 2020

Auf den ersten Blick erscheint diese Stadt eher unattraktiv, aber wenn man genau hinschaut, kann man wirkliche Schätze entdecken.

Mit ca. 170.000 Einwohner ist Livorno nach Florenz die zweitgrößte Stadt der Toskana. Der Hafen ist der Mittelpunkt und manifestiert sich im Stadtbild. Livorno ist eine der wichtigsten Hafenstädte. Hier legen die Fähren nach Korsika, Sardinien, Sizilien und Afrika ab. Da man von Livorno die Städte Pisa, Siena oder Florenz schnell und sehr gut erreichen kann, ist Livorno in den letzten Jahren auch interessant für die großen internationalen Kreuzfahrtschiffe geworden. In den Sommermonaten strömen von hier aus unzählige Touristen in das Innere der Toskana.

Viale Italia

Die Stadt wurde in den letzten Jahren eifrig renoviert und erstrahlt nun wieder im neuen Glanz. Ein Rundgang um das Zentrum entlang der Kanäle ist empfehlenswert.  Ein wirklicher Schatz und Augenschmaus ist die „Viale Italia", die kilometerlange Strandpromenade, die sich über 8 km bis in den Vorort Antignano zieht. Hier reiht sich eine wunderschöne und prächtige Jugendstilvilla nach der anderen aneinander. Diese waren einst Sommersitze von Adelsfamilien oder die Residenzen von Marinekapitänen.

Mercato Centrale

Wirklich sehenswert ist der Mercato Centrale, der Livorneser Zentralmarkt, hier geht es richtig italienisch zu, sehr laut und kaum Touristen, man trifft vornehmlich den normalen Livornesen beim täglichen Einkauf.

Der Mercato Centrale ist eine riesige Markthalle im klassizistischen Baustil, die im Jahre 1894 eingeweiht wurde. Wunderschön mit runden Fensterbögen und innen mit einer typischen Eisenkonstruktion aus der Wende zum 20. Jh..  Das farbenprächtige Markttreiben lässt schnell den Alltag vergessen. Fleisch, frischer Fisch und erntefrisches Gemüse und Kräuter, hier findet man alle Zutaten für ein typisches toskanisches Essen!

Das Marktcafé lädt zu einem heißen Espresso ein und rundet den Marktbesuch perfekt ab.

Den Mercato Centrale findet man in der Via del Cardinale/Via Buontalenti. Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 05:00 bis 14:00 Uhr und Samstag von 05:00 Uhr bis 19:00 Uhr. 

Livornos Küche

Typisch für die Küche von Livorno ist einmal "Triglia alla Livornes" Seebarbe in Tomatensoße und zum anderen "Cacciucco di Pesce" ein Fischeintopf, diesen genießt man am besten mit einem einfachen Rotwein aus der Region. Preiswert und eine leichte Zwischenmahlzeit ist "Cinque e Cinque". Ein Brötchen mit Kichererbsentorte. Der Name "Cinque e Cinque" rührt angeblich daher, dass man für 5 Lire Kichererbsentorte und für 5 Lire Brot bestellte. Auch nicht vergessen sollte man "Ponce alla Livornese", eine Art Punsch aus Kaffee und Rum, diese Köstlichkeit wird von den Einheimischen auch im Sommer getrunken.

Verkaufsoffener Sonntag

An jedem ersten Sonntag im Monat sind die meisten Geschäfte in Livorno geöffnet. Elegante Läden findet man hier:

"Piazza Municipio" über die "Via Cairole" und die "Via Ricasoli" bis zur "Piazza Attias"

 

Weitere Sehenwürdigkeiten:

Fortezza Veccia

Livornos älteste Festung befindet sich gleich am Porto Medicea. Eine Besichtigung ist nur nur nach Voranmeldung möglich.

Fortezza Nuova

Eine ehemalige Festung, die zu einem Park umgewandelt wurde. Bereits im 16. Jh. erbaut, war sie die Keimzelle des später entstandenen Stadtteils. Die größte Grünanlage der Stadt ist rundum von einem Wassergraben dem "Fosso Reeale" umsäumt. Hier lässt es sich genussvoll picknicken oder einfach entspannt im Schatten liegen. Der Eingang befindet sich in der "Scala Fortezza Nuova" im Süden. Das Gelände wird um 19:30 Uhr geschlossen.

Museo Civico Giovanni Fattori

Die Villa Mimbelli ist eingerichtet als Museum. Hier findet man neben prähistorischen und antiken Funden auch eine außerordentlich sehenswerte Sammlung toskanischer Kunst: Fattori, Lega, Botticelli etc..

Die Villa Mimbelli befindet sich in der Via S. Jacopo in Aquaviva 65

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag

Vormittags von 10.00 bis 13:00 Uhr

Nachmittags von 16:00 bis 19:00 Uhr

Bitte erfragen Sie die aktuellen Öffnungszeiten vorher telefonisch unter der Rufnummer: 0586 808001.

Für die angegebenen Öffnungszeiten übernehme ich keine Garantie

 

Text/Fotos: www.EssenReisenLeben.de

 
Socialize with me:
 
 
 
 
 
 

5. Mrz, 2020

Raus aus dem Alltag

Ostern ist eine willkommene Gelegenheit dem Alltag in Deutschland den Rücken zu kehren und die Osterfeiertage in der Toskana zu verbringen. März/April eignet sich perfekt für eine Reise in die Toskana. Es ist noch nicht so heiß, die Landschaft lädt zum Wandern und Radfahren ein. Die Wiesen leuchten in einem wundervollen saftigen grün und überall blüht und duftet es. 

Thermen statt Meer
 

Um im Meer zu baden, ist es zwar noch etwas früh, aber auf das Baden braucht man trotzdem nicht verzichten. Trink- und Badekuren haben in der Toskana eine lange Tradition. Ganz in der Nähe von Chianni befindet sich der Ort Casciana Terme. Hier in der Terme di Casciana Spa, lässt es sich herrlich im warmen Wasser, relaxen. Bei einem Saunagang mit anschließender Massage vergisst man schnell den stressigen Alltag in Deutschland.

Stöbern auf österlichen Märkten
 
Ostern (Pasqua) in der Toskana heißt auch, überall in den Dörfern und kleineren Städten findet man jetzt auch endlich wieder die wunderbaren bunten Märkte. Dort werden Antiquitäten, Kunsthandwerk und regionale Produkte angeboten.
 
Wie in Deutschland sind auch in der Toskana der März/April die Monate der Blumenmärkte. Die Häuser, Balkone, Terrassen und Vorgärten sind jetzt mit Blumen- und Pflanzenkübeln geschmückt. Der BlumenmarktFesta di Santa Zitain Lucca ist unbedingt einen Besuch wert.
 
Flohmarktliebhaber sollten sich die Antiquitätenmesse in Greve - Chianti nicht entgehen lassen. Diese Antiquitätenmesse in Greve findet einmal im Jahr und immer am Ostermontag statt. Auf dieser Messe, die zu den Besten in der Toskana zählt, kann man herrlich stöbern und vielleicht das eine oder andere antike Möbelstück mit nach Hause nehmen. Natürlich gibt es auch typisch toskanische Köstlichkeiten der Region zu probieren und zu kaufen.
 
Ostern und die Tradition
 
In der Toskana wird Ostern sehr traditionell gefeiert. In allen größeren Städten und kleineren Dörfern finden Ostermessen statt. Die traditionellen Kreuzwegsprozessionen in historischen Kostümen in der Karwoche sind ein einzigartiges Erlebnis. Am Karfreitag findet zum Beispiel in Calci - Certosa (Provinz Pisa) der historische Kreuzweg im Kreuzgang der Certosa statt. Einen Besuch Wert ist auch der "Scoppio del Carro", ein traditionelles Fest an Ostern in Florenz und die Ostermesse im Dom von Siena.
 
"Natale con i tuoi, Pasqua con chi vuoi" - "Weihnachten bei der Familie, Ostern, mit wem du möchtest"
 
Und nicht zu vergessen, das traditionelle Picknick „Pasquetta“. Hier treffen sich am Lunedì dell'Angelo (Ostermontag) die gesamte Familie und gute Freunde zum gemeinsamen Picknick. Körbe mit „Torta di Pasquetta“, gutem Wein und anderen Leckereien werden gemeinsam unter der toskanischen Sonne verspeist.
 
Buona pasqua amici e a presto in Toscana!
 
 

Text/Fotos: www.EssenReisenLeben.de

Socialize with us:

 
 
 
 
 

24. Jan, 2020

„Giorni della merla“ - “Tage der Amsel”

Die letzten drei Tage des Monats Januar gelten in Italien fast immer als die drei kältesten Tage des Jahres. Allerdings ist nicht ganz klar und auch nicht ganz erwiesen, warum nun genau diese drei Tage „Tage der Amsel“ „giorni della merla“ heißen.

Hier gibt es sehr unterschiedliche Quellen und auch verschiedene Erzählungen:

Signora de Merlo

Die erste Geschichte handelt von der adlige Dame „Signora de Merlo” (Frau von Amsel). „Signora de Merlo“ lebte der Erzählung nach am Ufer des Flusses „Po“. Um ihren Mann zu treffen, der auf der anderen Seite des Ufers weilte, musste sie den Fluss überqueren. Dies war eben nur an einen der drei Tage Ende Januar möglich. Ausschließlich in dieser Zeit war der Fluss zugefroren, daher sagt man, rührt die Bezeichnung, „giorni della merla“ „Tage der Amsel“.

Die Amsel im Schornstein

In einer anderen Geschichte heißt es, dass ein weißes Amselweibchen mit ihren Küken Ende Januar in einem Schornstein Schutz suchte. Dort wollte sie sich und ihren Nachwuchs vor der großen Kälte schützen. Als sie das Nest bezogen, waren die Küken weiß, und als sie ihr Nest im am ersten Tag des Februars verließen, waren sie geschwärzt vom Ruß des Schornsteins. Seit diesem Tag sind alle Amseln schwarz. Man spricht daher vom Schicksalstag der Amseln.

Der böse Monat Januar

Eine weitere Legende erzählt Folgendes: Eine weiße Amsel wurde regelmäßig vom Monat Januar, dem kältesten und dunkelsten Monat des Jahres, gequält. Der gemeine Januar vergnügte sich damit, immer dann Kälte und Eis übers Land zu bringen, wenn die Amsel zur Futtersuche ihr Nest verließ. Im Folgejahr trickste die weiße Amsel den Januar aus und legte sich einen Futtervorrat an. Sie blieb den gesamten Monat im Nest und war so geschützt vor der Bosheit des Januars. Zu dieser Zeit heißt es, dauerte der Januar nur 28 Tage.

Am letzten Tag des Monats, die Amsel war sich sicher den Januar überwunden zu haben, verließ sie ihr Nest und begann laut und schön zu singen. Mit ihrem Gesang verspottete sie den Januar. Er war darüber so sehr erzürnt, dass er sich vom Februar drei Tage lieh. An diesen drei Tagen tobte er mit kalten Stürmen, Schnee, Eis und Regen übers Land. Völlig überrascht vom Zorn des Januars, flüchtete die schöne weiße Amsel in einen warmen Schornstein. Drei Tage blieb sie dort, und als sie den Schornstein wieder verließ, war ihr wunderschönes weißes Gefieder schwarz geworden.

Wahrheit oder italienische Legende?

In vielen Erzählungen steckt oft ein kleines Stück Wahrheit und so auch ein wenig in dieser Legende. Damals hatte der römische Kalender wirklich nur 29 Tage. Schriftliche Nachweise darüber existieren nicht. Nur mündliche Überlieferungen besagen, dass der Monat Januar über viele Jahre hinweg auf 31 Tage verlängert wurde.

Eine alte italienische Bauernweisheit besagt, dass den kalten “Tagen der Amsel”  „giorni della merla“  ein schöner Frühling folgt, sind die letzten drei Tage im Januar warm, kommt der Frühling verspätet.

In Deutschland heißt es:

„Singt die Amsel im Februar, bekommen wir ein teures Jahr.”

 

Text / Foto: www.EssenReisenLeben.de

 

Socialize with me:

Instagram

Twitter

Pinterest


 

 

 

 

29. Dez, 2019

Rote Unterwäsche unterm Abendkleid

Jetzt, kurz vor Silvester sind die Schaufenster der Dessousläden üppig mit roter Wäsche dekoriert. Aufgrund des Glaubens, dass rot Glück bringen soll, trägt man in der Toskana/Italien in der Silvesternacht, heiße rote Wäsche unter dem Silvester-Outfit. Nicht nur Frauen sind diesem Aberglauben verfallen, auch der italienische Mann träg etwas Rotes drunter, da rot auch die Potenz steigern so….. 😉

Linsen und Schweinefüße scheinbar unverzichtbar

Ansonsten wird Silvester in der Toskana nicht viel anders als bei uns in Deutschland gefeiert. Man trifft sich daheim mit Freunden oder feiert in einem Restaurant. Es wird viel gegessen, die Speisen sind von Region zu Region verschieden. Allerdings werden in gesamt Italien gerne Linsen gereicht, da diese Reichtum für das kommende Jahr versprechen. Dazu gibt es Zampone, ein mit würzigem Hackfleisch gefüllter (vorderer) Schweinefuß.

Der Panetone muss weg

Bis Mitternacht wird gegessen. Pünktlich um Mitternacht knallen dann die Champagnerkorken und der restliche Panettone wird gegessen. Dieser sollte bis 6. Januar “La Befana”  verspeist sein, der italienische Aberglauben besagt, dass man sonst weniger Glück im neuen Jahr hat.

In diesem Sinne, rein in die roten Höschen, Linsen in den Kochtopf und das neue Jahr kann kommen!

 
 
 

Socialize with me:

 
 
 

 
 
 
 
 
20. Dez, 2019

Das Gefühl von Frühling im Dezember

Viele kennen die Toskana ausschließlich mit sonnigen Weinbergen und romantischen Sommernächten am Strand. Dabei ist der Winter, insbesondere Weihnachten, wirklich etwas für Romantiker und alle diejenigen, die das echte Gesicht der Toskana kennenlernen wollen.

Während es in Deutschland jetzt schon richtig kalt ist, kann man in der Toskana ein wirklich mildes Klima genießen. Anfang Dezember sind die letzten bunten Blätter von den alten Eichenbäumen bereits abgefallen. Die immergrünen Pinien, Zypressen, Steineichen und grünen Wiesen geben einem trotzdem eher das Gefühl von Frühling.

Wer die Ruhe und Stille liebt, wird vom Winter in der Toskana begeistert sein. Die Landschaft ist in einem wundervollen Licht getaucht. Es ist die ideale Zeit zum Wandern und für lange Strandspaziergänge an den einsamen Sandstränden. Im Winter ist die Toskana besonders attraktiv, es geht ruhig und ohne Touristen zu. In dieser Zeit erlebt man die Toskana so richtig italienisch.

Ein ganz normaler Arbeitstag

In Italien nennt man Weihnachten „Natale“. Die Kinder bekommen ihre Geschenke von einem Wesen Namens „Babbo Natale“ dessen Helferin die gutmütige Hexe „Befena“ ist.

Der 24. Dezember ist ein ganz normaler Arbeitstag. Das Weihnachtsfest wird am 24. Dezember erst mit der traditionellen Mitternachtsmesse eingeläutet. Am Morgen des 25. Dezember werden dann die Geschenke übergeben. Ursprünglich fand die richtige Bescherung in Italien erst am 6. Januar statt. Wenn die Hexe Befana Geschenke verteilte. Dazu stellten die Kinder ihre Schuhe vor die Haustür und die Hexe legte je nachdem, ob die Kinder das Jahr über brav oder ungezogen waren, entweder Geschenke oder schwarze Kohle hinein. Mit diesemTag endet dann auch die offizielle Weihnachtszeit in Italien.

Im Mittelpunkt steht die Familie

In der Toskana wird Weihnachten insbesondere in den ländlichen Regionen sehr ruhig und besinnlich gefeiert. Im Mittelpunkt steht nicht das Schenken und beschenkt werden, sondern ein Zusammensein mit der Familie. Daher steht der 25. Dezember auch ganz unter dem Motto des Feierns mit der Familie, hier nimmt das gemeinsame Mittag- und Abendessen wirklich einen wichtigen Platz ein. Man trifft sich dazu daheim oder häufig auch in einem Restaurant. Fast alle Restaurants bieten an Weihnachten komplette Menüs an, natürlich mit den traditionellen Weihnachtsgerichten. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, rechtzeitig einen Tisch zu reservieren.

Obwohl es nicht zur toskanischen Weihnachtstradition gehört, findet man inzwischen auch in der Toskana den Weihnachtsbaum.

Er ist nun auch in der Toskana Bestandteil der weihnachtlich geschmückten Dörfer und Städte und man kann ihn auch kaufen. Nur in den Familien wird das Weihnachtsfest nicht unbedingt mit einem Weihnachtsbaum gefeiert, da er eben nicht Bestandteil der Tradition ist.

Das Fest der Liebe

Ähnlich wie in Deutschland ist auch in Italien das Fest der Liebe und der Familie. Dies macht auch das Sprichwort “Natale con i tuoi, Pasqua con chi vuoi” deutlich, was so viel heißt wie: "Weihnachten mit der Familie und Ostern, mit wem man möchte."

Die Weihnachtszeit in der Toskana ist einfach zauberhaft. Alle kleinen Dörfer und großen Städte werden geschmückt und sind mit vielen Lichtern erleuchtet. In den größeren Städten sind die Geschäfte ab dem 30. November bis Weihnachen auch den Sonntagen geöffnet. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre, die man nur in dieser Jahreszeit spürt. Die vielen Lichter, Musik, weihnachtliche Düfte und köstlichen Leckereien machen die Weihnachtszeit in der Toskana zu einem wirklich besonderen Erlebnis.

Eine schöne Alternative, Weihnachten in der Toskana

....am Abend den Kamin anzünden und leckere Kleinigkeiten für das Abendessen zubereitet. Mit einem sehr guten Rotwein aus der Region einen besinnlichen Heiligen Abend verbringen.

....und den 25. Dezember ganz tradionell mit der italienischen Familie feiern!

 

Text/Fotos: www.EssenReisenLeben.de

 

Socialize with me: