Der Januar und die Legende von der weißen Amsel

„Giorni della merla“ - “Tage der Amsel”

Die letzten drei Tage des Monats Januar gelten in Italien fast immer als die drei kältesten Tage des Jahres. Allerdings ist nicht ganz klar und auch nicht ganz erwiesen, warum nun genau diese drei Tage „Tage der Amsel“ „giorni della merla“ heißen. Hier gibt es sehr unterschiedliche Quellen und auch verschiedene Erzählungen:

Signora de Merlo

Die erste Geschichte handelt von der adlige Dame „Signora de Merlo” (Frau von Amsel). „Signora de Merlo“ lebte der Erzählung nach am Ufer des Flusses „Po“. Um ihren Mann zu treffen, der auf der anderen Seite des Ufers weilte, musste sie den Fluss überqueren. Dies war eben nur an einen der drei Tage Ende Januar möglich. Ausschließlich in dieser Zeit war der Fluss zugefroren, daher sagt man, rührt die Bezeichnung, „giorni della merla“ „Tage der Amsel“.

Die Amsel im Schornstein

In einer anderen Geschichte heißt es, dass ein weißes Amselweibchen mit ihren Küken Ende Januar in einem Schornstein Schutz suchte. Dort wollte sie sich und ihren Nachwuchs vor der großen Kälte schützen. Als sie das Nest bezogen, waren die Küken weiß, und als sie ihr Nest im am ersten Tag des Februars verließen, waren sie geschwärzt vom Ruß des Schornsteins. Seit diesem Tag sind alle Amseln schwarz. Man spricht daher vom Schicksalstag der Amseln.

 Der böse Monat Januar

 Eine weitere Legende erzählt Folgendes: Eine weiße Amsel wurde regelmäßig vom Monat Januar, dem kältesten und dunkelsten Monat des Jahres, gequält. Der gemeine Januar vergnügte sich damit, immer dann Kälte und Eis übers Land zu bringen, wenn die Amsel zur Futtersuche ihr Nest verließ. Im Folgejahr trickste die weiße Amsel den Januar aus und legte sich einen Futtervorrat an. Sie blieb den gesamten Monat im Nest und war so geschützt vor der Bosheit des Januars. Zu dieser Zeit heißt es, dauerte der Januar nur 28 Tage.

Am letzten Tag des Monats, die Amsel war sich sicher den Januar überwunden zu haben, verließ sie ihr Nest und begann laut und schön zu singen. Mit ihrem Gesang verspottete sie den Januar. Er war darüber so sehr erzürnt, dass er sich vom Februar drei Tage lieh. An diesen drei Tagen tobte er mit kalten Stürmen, Schnee, Eis und Regen übers Land. Völlig überrascht vom Zorn des Januars, flüchtete die schöne weiße Amsel in einen warmen Schornstein. Drei Tage blieb sie dort, und als sie den Schornstein wieder verließ, war ihr wunderschönes weißes Gefieder schwarz geworden.

Wahrheit oder italienische Legende?

In vielen Erzählungen steckt oft ein kleines Stück Wahrheit und so auch ein wenig in dieser Legende. Damals hatte der römische Kalender wirklich nur 29 Tage. Schriftliche Nachweise darüber existieren nicht. Nur mündliche Überlieferungen besagen, dass der Monat Januar über viele Jahre hinweg auf 31 Tage verlängert wurde.

Eine alte italienische Bauernweisheit besagt, dass den kalten “Tagen der Amsel”  „giorni della merla“  ein schöner Frühling folgt, sind die letzten drei Tage im Januar warm, kommt der Frühling verspätet.

In Deutschland heißt es:

„Singt die Amsel im Februar, bekommen wir ein teures Jahr.”

 

 

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